Schon während der letzten 2 Wochen, die wir in Berlin verbrachten,
hatten wir keine Wohnung mehr und alles, was wir unbedingt brauchten, musste
in 2 große Koffer passen. Irgendwie hatte
damit die Reise bereits angefangen. Wir übernachteten in der Wohnung einer
Freundin und trafen uns fast täglich „ein letztes Mal“ mit Freunden und
Kollegen.
Und dann – am Tag nach dem verlorenen Halbfinale gegen Frankreich –
verabschiedeten wir uns endgültig von unserer alten Heimat.
Aber nicht direkt ins große Unbekannte, sondern erst mal in
die sicheren Arme der Familie Neve in Neumarkt, wo wir einen wunderschönen
Abend verbrachten.
Von dort fuhren wir nach Hause zu unseren Eltern, um unsere
Koffer abschließend für den großen Trip zu packen.
Nun ging die eigentliche Reise tatsächlich los. In
unserem neuen Zuhause fuhren wir in Richtung Abenteuer. Aber auch die ersten beiden Nächte
im Wohnmobil verbrachten wir noch nicht in der freien Wildbahn, sondern auf dem
sicheren Grundstück unserer Freunde Andi
und Annette in Muri bei Bern.
Dann wagten wir es, ohne festes Ziel nach Südfrankreich
zu fahren. Wir übernachteten 4 Nächte auf verschiedenen Campingplätzen inmitten
der wunderschönen Natur der Provence, bevor wir dann aber wieder in sicherer Umgebung
Zuflucht suchten – dieses Mal bei unserer Freundin Veronica, welche über den
Sommer auf einem exklusiven Campingplatz in der Nähe der französischen
Atlantikküste arbeitete.
Nach 4 Tagen vermissten wir auf dem übervollen Platz jedoch
zumindest ein bisschen Privatsphäre und zogen deshalb weiter – nun aber wirklich
ins Ungewisse – oder eher Ungeplante. Denn für die nächsten 4 Monate hatten wir
keine Anlaufpunkte mehr und waren auf uns allein gestellt. Wir schliefen
weiterhin auf Campingplätzen, trauten uns aber auch ab und zu – z.B. in Messanges – auf einem Wohnmobilstellplatz (eigentlich nur ein für Wohnmobile
reservierter Parkplatz – also ohne sanitäre Anlagen) zu
übernachten.
Je weiter wir in den Süden Europas vordrangen, desto mehr
Wohnmobile sahen wir die tatsächlich „frei“ standen – also weder auf einem
Campingplatz, noch auf einem Stellplatz, sondern wahlweise auf einer Wiese oder
direkt am Strand. Aber das war uns noch zu gewagt – so ganz ohne Strom und
fließend Wasser. Dabei haben wir wirklich spektakuläre Übernachtungsplätze
gesehen, meist mit Blick auf den Atlantik.
Doch bis dahin siegte noch jedes Mal die Sehnsucht nach
einer wohltuenden Dusche und einer sauberen Toilette über die Abenteuerlust und den grandiosen Ausblick. In Südfrankreich, Nordspanien,
Portugal, Italien, Kroatien, Montenegro und Albanien schliefen wir also nahezu
ausschließlich auf Campingplätzen.
Aber dann kam Griechenland! Als wir dort am Tag der Deutschen Einheit ankamen, war die Urlaubssaison schon fast zu Ende – nur noch vereinzelte Campingplätze hatten geöffnet. Diese steuerten wir dann auch gezielt an. Aber das Angebot wurde nahezu täglich weniger, bis wir dann auf dem Mittelfinger des Peloponnes schließlich tatsächlich gezwungen waren, frei zu stehen.
Meist übernachteten wir neben Tavernen oder öffentlichen
Parkplätzen. Wenn wir Glück hatten, waren öffentliche Toiletten in der Nähe –
ansonsten gingen wir eben morgens erst Mal ins nächste Café – Cappuccino oder
frisch gepressten Orangensaft trinken. Die ersten Übernachtungen dieser Art waren dann noch eher
zweckdienlich denn Genuss, da wir die Plätze hauptsächlich nach dem Kriterium Sicherheit
aussuchten.
Aber unsere letzte Station in Europa zwang uns jedoch noch einen Schritt weiter - Kreta! Denn hier gibt es so gut wie keine Campingplätze und auch keine offiziellen Stellplätze – dafür aber zahlreiche Tipps von anderen Wohnmobilisten, wo man problemlos übernachten kann. Und so „mussten“ wir die letzten 3 Wochen fast durchgehend frei stehend übernachten – meist direkt am Strand und oft ganz alleine.
Dies waren die schönsten Abende, Nächte (inklusive Supervollmond) und Vormittage (die meist mit einem Sprung ins Meer begannen). Danke Kreta! Pollés efcharistíes!




















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