Freitag, 9. Dezember 2016

Der lange Weg zum wilden Camping



Schon während der letzten 2 Wochen, die wir in Berlin verbrachten, hatten wir keine Wohnung mehr und alles, was wir unbedingt brauchten, musste in 2 große Koffer passen. Irgendwie  hatte damit die Reise bereits angefangen. Wir übernachteten in der Wohnung einer Freundin und trafen uns fast täglich „ein letztes Mal“ mit Freunden und Kollegen. 







Und dann – am Tag nach dem verlorenen Halbfinale gegen Frankreich – verabschiedeten wir uns endgültig von unserer alten Heimat. 


Aber nicht direkt ins große Unbekannte, sondern erst mal in die sicheren Arme der Familie Neve in Neumarkt, wo wir einen wunderschönen Abend verbrachten. 





Von dort fuhren wir nach Hause zu unseren Eltern, um unsere Koffer abschließend für den großen Trip zu packen.





Nun ging die eigentliche Reise tatsächlich los. In unserem neuen Zuhause fuhren wir in Richtung Abenteuer. Aber auch die ersten beiden Nächte im Wohnmobil verbrachten wir noch nicht in der freien Wildbahn, sondern auf dem sicheren Grundstück unserer Freunde  Andi und Annette in Muri bei Bern.






Dann wagten wir es, ohne festes Ziel nach Südfrankreich zu fahren. Wir übernachteten 4 Nächte auf verschiedenen Campingplätzen inmitten der wunderschönen Natur der Provence, bevor wir dann aber wieder in sicherer Umgebung Zuflucht suchten – dieses Mal bei unserer Freundin Veronica, welche über den Sommer auf einem exklusiven Campingplatz in der Nähe der französischen Atlantikküste arbeitete. 






Nach 4 Tagen vermissten wir auf dem übervollen Platz jedoch zumindest ein bisschen Privatsphäre und zogen deshalb weiter – nun aber wirklich ins Ungewisse – oder eher Ungeplante. Denn für die nächsten 4 Monate hatten wir keine Anlaufpunkte mehr und waren auf uns allein gestellt. Wir schliefen weiterhin auf Campingplätzen, trauten uns aber auch ab und zu – z.B. in Messanges – auf einem Wohnmobilstellplatz (eigentlich nur ein für Wohnmobile reservierter Parkplatz – also ohne sanitäre Anlagen) zu übernachten. 




Je weiter wir in den Süden Europas vordrangen, desto mehr Wohnmobile sahen wir die tatsächlich „frei“ standen – also weder auf einem Campingplatz, noch auf einem Stellplatz, sondern wahlweise auf einer Wiese oder direkt am Strand. Aber das war uns noch zu gewagt – so ganz ohne Strom und fließend Wasser. Dabei haben wir wirklich spektakuläre Übernachtungsplätze gesehen, meist mit Blick auf den Atlantik.

Doch bis dahin siegte noch jedes Mal die Sehnsucht nach einer wohltuenden Dusche und einer sauberen Toilette über die Abenteuerlust und den grandiosen Ausblick. In Südfrankreich, Nordspanien, Portugal, Italien, Kroatien, Montenegro und Albanien schliefen wir also nahezu ausschließlich auf Campingplätzen.






Aber dann kam Griechenland! Als wir dort am Tag der Deutschen Einheit ankamen, war die Urlaubssaison schon fast zu Ende – nur noch vereinzelte Campingplätze hatten geöffnet. Diese steuerten wir dann auch gezielt an. Aber das Angebot wurde nahezu täglich weniger, bis wir dann auf dem Mittelfinger des Peloponnes schließlich tatsächlich gezwungen waren, frei zu stehen. 

Meist übernachteten wir neben Tavernen oder öffentlichen Parkplätzen. Wenn wir Glück hatten, waren öffentliche Toiletten in der Nähe – ansonsten gingen wir eben morgens erst Mal ins nächste Café – Cappuccino oder frisch gepressten Orangensaft trinken. Die ersten Übernachtungen dieser Art waren dann noch eher zweckdienlich denn Genuss, da wir die Plätze hauptsächlich nach dem Kriterium Sicherheit aussuchten.






Aber unsere letzte Station in Europa zwang uns jedoch noch einen Schritt weiter - Kreta! Denn hier gibt es so gut wie keine Campingplätze und auch keine offiziellen Stellplätze – dafür aber zahlreiche Tipps von anderen Wohnmobilisten, wo man problemlos übernachten kann. Und so „mussten“ wir die letzten 3 Wochen fast durchgehend frei stehend übernachten – meist direkt am Strand und oft ganz alleine. 









Dies waren die schönsten Abende, Nächte (inklusive Supervollmond) und Vormittage (die meist mit einem Sprung ins Meer begannen). Danke Kreta! Pollés efcharistíes!


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